Dienstag, 6. Juli 2010
Sind Trailer die neuen Filme?
Das könnte man zumindest oft meinen. Wer kennt das nicht? Man freut sich auf einen Film, weil der Trailer so vielversprechend aussah, aber im Prinzip hatte man das beste bereits im Trailer gesehen. Da fragt man sich, ob es sich überhaupt noch lohnt, sich die Filme anzusehen oder ob man nicht direkt auf Trailer umsatteln sollte. Zumal Trailer auch sehr viel zeitsparender und kostengünstiger sind. Einziges Manko: Man verpasst die Kinowerbung. Und wie soll man ohne diese überhaupt erfahren, dass es ein Kino gibt, wenn man es nicht vor dem Film mitgeteilt bekommt? Nicht zu vergessen die Kinowerbung für Kinowerbung, aber das ist eine andere Geschichte, die hier auch noch mit Sicherheit aufgegriffen wird. Aber zurück zum Hauptthema: Volksmusik kann Krebs verursachen. Dazu also ein Beispiel: Es geht das Gerücht um, dass manche Sender anstehende Filme mit passenden Trailern ankündigen. Gehen wir also mal von einem hypothetischen Film mit einer typisch deutschen Bezeichnung aus: "The Immortal - Der Unsterbliche".
Besagter Film soll nun auf einem hypothetischen deutschen Sender ausgestrahlt werden, nennen wir diesen einmal RDL. Der Trailer wird also vermutlich die Schlüsselszenen des Filmes zeigen und dann mit folgender - zur Spannungserzeugung in die Länge gezogener - Frage schließen: "Wird... er... überleben?" Um diese wirklich überaus spannende Frage beantwortet zu bekommen, muss man nun wohl oder übel den Film sehen, schätze ich. Natürlich gibt es auch Gegenbeispiele. Nehmen wir also einen weiteren hypothetischen Film zur Hand. Der Trailer würde folgenden Inhalt zeigen: Ein Mann geht eine Brücke entlang, ein Blatt Papier wird gefaltet und ein Auto biegt um eine Ecke. Dann wird der Titel eingeblendet: "Olympia - Dabei sein ist noch gar nichts". Natürlich könnten auch hier die besten Szenen bereits im Trailer verbraten sein, aber auch wenn nicht, hätte dieser Film wohl reichlich wenig Erfolg. Allerdings gibt es auch Beispiele für gute Trailer zu guten Filmen. Mir fallen nur leider keine ein...
Ich kann durchaus nachvollziehen, dass man Trailer zusammenbasteln will, die Lust auf den Film machen, aber wie viel Vorfreude bleibt noch übrig, wenn man davon ausgehen kann, den restlichen Film nur noch als Lückenfüller betrachten zu können? Viele werden jetzt wohl denken "Wieso schaut der sich die Trailer dann überhaupt an?". Die Antwort ist natürlich: um solch tolle, vorurteilsfreie Artikel wie diesen darüber schreiben zu können.

~Wayne~