Dienstag, 14. September 2010
Das Partnerbörsen-Paradoxon
Woran ich mich diese Woche gerne stören würde sind, wie der Titel unschwer erahnen lässt, Partnerbörsen. Über deren allgemeinen Nutzen kann ich mangels Erfahrung nichts sagen, doch hat es sich ein alter Freund nicht nehmen lassen, sich todesmutig in einen Selbstversuch zu stürzen. Das Ergebnis lässt sich mit Chatroulette* vergleichen: Wer Leute finden will, die einem zusagen, der muss dafür bezahlen. Und als ob Abzocke nicht schon Gegengrund genug wäre, findet man in der Werbung weitere Abschreckung. Ob es sich nun um einen Spot handelt, bei dem man denkt "Wow, wenn die Plattform so schlecht ist wie die Werbung, dann geht's mit Google sicher schneller." oder einen Text, der zu herrlich schrecklicher Hintergrundmusik mit stählernem Gesichtsausdruck in pseudoaufreißerischem Tonfall heruntergeleiert wird; um Pro-Argumente handelt es sich dabei nie. Letzteres Beispiel ist übrigens eine "Nachtvariante" der Partnerbörsenwerbung, wobei es sich hier wohl eher um eine Anti-Partner-Börse handelt.
Außerdem glaube ich, ein System dahinter entdeckt zu haben: Tagsüber wird ein Weg aufgezeigt, eine für eine Beziehung geeignete Person zu finden und nachts ein Weg, um sie wieder loszuwerden. Das erscheint zunächst widersprüchlich, doch damit wächst direkt wieder die Zielgruppe für die "normalen" Partnerbörsen und der Kreislauf beginnt erneut.
Jedenfalls ist es nicht die Idee der Partnerbörsen an sich, die mich stört, sondern viel eher die scheinbar äußerst mangelhafte Umsetzung, sodass man sich quasi die Chance auf eine Beziehung erkaufen muss. Und wenn man dann moralisch schon so tief sinkt, sich auf einen Seitensprung einzulassen, sollte man zumindest noch redlich genug sein, das Ganze ohne technische Hilfe abzuwickeln. Auf diese Weise hat man wenigstens noch mehr Zeit, sich ernsthaft über die Konsequenzen Gedanken zu machen.

~Wayne~


*Auch hierbei musste ich auf Erfahrungsberichte zurückgreifen