Freitag, 17. August 2012
Release, please
In diesem schon lange mal wieder überfälligen Artikel würde ich mich gerne einem Thema widmen, das mir bereits seit längerer Zeit aufgefallen ist, für das mein Verständnis aber nicht gerade wächst:
Ungleiche Release-Termine.
Nicht dass es mir an grundlegendem Verständnis dafür fehlte, dass die Veröffentlichungszeiten in unterschiedlichen Ländern gerne voneinander abweichen, seien es nun DVDs/BRDs, Kinofilme oder Spiele. Abgesehen von den üblichen Verdächtigen, wie Produktion, Lieferung usw. sehe ich den Hauptverdächtigen in allen Kategorien als die Übersetzung. Als ein der englischen Sprache mehr als ausreichend mächtiger Mensch sehe ich mich also vor mehr als ausreichend überflüssigen Grenzen. Und natürlich fängt man an sich zu fragen, wieso man auf die deutsche Version von etwas warten muss, wenn man es sowieso auch im Original sehen/spielen könnte, und das sogar vorzugsweise. Bliebe also noch der Import, aber ob das die zusätzlichen Kosten wert wäre, erübrigt sich in vielen Fällen, während man in anderen auf Dauer wohl mit leerer Brieftasche enden würde.
Ein anderer Grund für Verzögerung bei PC-Spielen ist auch oft die Portierung der Konsolenversion. Leider stellt sich der oft als Pseudogrund heraus, weil das Ergebnis dann wirkt wie von einem Blinden programmiert, der nicht weiß ob er auf einer deutschen oder englischen Tastatur schreibt. Und das deckt nur die noch akzeptablen Portierungen ab.
Auch die Übersetzungen sind oft mangelhaft, meines Wissens allerdings vorwiegend bei Serien. Da werden aus Comicbuch-Helden entweder bekanntere oder einfach mal komplett andere Personen, einwandfrei übertragbare Witze werden durch sinnlosen Müll ersetzt, Begriffe durch andere ersetzt, die die Bedeutung verfälschen und an anderer Stelle – paradoxerweise – Wörter aus dem Original übernommen. Um ein Beispiel für die Bedeutungsverfälschung zu nennen wäre da „The Big Bang Theory“. Während Sheldon, ein hochintelligenter Physiker, im Original von seinem „eidetic memory“ erzählt, wird daraus in der Übersetzung mal eben ein fotografisches Gedächtnis. Ein kleiner aber bedeutender Unterschied, denn ein eidetisches Gedächtnis ist deutlich genauer als was wir als fotografisches kennen.
Noch ein letztes Beispiel: Beim „Hundeflüsterer“ war in einer Folge die Rede von einer „porch“. Nun kennt aber wahrscheinlich nicht jeder Deutsche das englische Wort für Veranda, das von Übersetzerseite wiederum nur allzu leicht hätte übertragen werden können.
Die Kurzfassung meines Punktes: Wenn man sich die Mühe macht etwas zu übersetzen, sollte man es auch angemessen machen. Vor allem in einer Serie wie „Big Bang Theory“, in der das eigentliche Zielpublikum intelligent genug sein sollte, nicht verstandene Sachen nachzulesen oder nach Green Lantern zu googlen, der in einer Folge schlicht durch Batman ersetzt wurde. Das wird nicht überall aufgehen, aber ganze Dialoge, die noch dazu kinderleicht zu übertragen wären, durch andere zu ersetzen sollte weder eine beliebte Maßnahme sein noch einem Übersetzer aufgedrängt werden. Denn auch Publikum, das die übersetzten Produktionen nicht im Original kennt, sollte sie zumindest so nahe daran kennenlernen wie nur möglich und wird auf schlecht übertragene Stellen nicht selten auch ohne diese zu kennen aufmerksam.
Ähnlich ist das Problem mit Portierungen. Da diese meistens von Konsolenversionen auf PC-Versionen und nicht - wie es sinnvoller wäre - andersherum stattfinden, hat man auf dem Rechner ein auf eine Hardware angepasstes Spiel, die je nach entsprechender Konsole schon mehrere Jahre hinter aktuellen Standards zurückliegt. Das größte Ärgernis stellt aber meist die Steuerung dar, denn diese wird nur selten wirklich gut an Maus und Tastatur angepasst oder konfigurierbar gemacht und Hinweise werden auch gerne noch in Form von Controller-Tasten angezeigt.
Das ist dann selbstverständlich ähnlich hilfreich wie eine Anleitung in Keilschrift…
Um abzukürzen was sich sonst noch über mehrere Seiten ziehen könnte (und das nur allzu beliebte Piraterie-Thema noch mit einzubeziehen):
Meiner Meinung nach würde es zumindest etwas weniger Online-Piraterie geben, wenn sich die Verantwortlichen mehr Mühe bei der Übertragung ihrer Produkte gäben, sei es nun in andere Sprachen, auf andere Plattformen, oder beides. Eine höhere Geschwindigkeit dabei könnte auch nicht schaden, aber im Zweifelsfall sollte das Hauptaugenmerk lieber auf der Qualität liegen. Ein anderes (oder auch zusätzliches) Konzept könnte auch sein, Originalversionen zum gleichen oder zumindest einem ähnlichen Preis zu verkaufen während die Übersetzung noch in Arbeit ist. Besser wäre es jedenfalls als ungleiche Release-Termine, denn wenn Piraten eines nicht haben, dann ist es Geduld.

Und nächstes Mal bei "The Big Dang Theory":
Nächstes Mal werde ich mich vermutlich einem verwandten Thema widmen, das mir auch schon lange auf den Keks geht: Unfertige Veröffentlichungen.
Denn wie heißt es so schön in Batman:
„In brightest day, in darkest night,
no evil shall escape my sight!”

~Wayne~



Mittwoch, 23. Mai 2012
Werbung + konstruktiver Zusatz zum SOPA-Artikel
Bald: die neue Erfolgsdramedy aus den USA. Über Ärzte des Krankenhauses "Sacred Garden", die sich nur um durch Sträucher zugezogene Verletzungen kümmern.
Shrubs

Ende Januar habe ich hier einen Artikel veröffentlicht, der wie gegen Ende angemerkt im "ragemode" geschrieben wurde. Dass so etwas im Allgemeinfall reichlich wenig bringt, ist mir natürlich klar, aber es musste eben raus. Und um dem zumindest noch etwas Konstruktivität hinzuzufügen, folgen nun ein paar Gedanken, die ich darüber sonst noch hatte:
Für den unwahrscheinlichen Fall, dass das hier tatsächlich jemand mitliest, der an der Quelle sitzt (und natürlich einfach um es loszuwerden), will ich mal etwas in die Runde werfen, das die übertriebene Verfolgung von Copyright-Verletzern endlich aufhalten oder zumindest vermindern könnte (*hier höhnisches Lachen einfügen*). Es kann einfach nicht mit rechten Dingen zugehen, dass jemand für so etwas mit einer höheren Strafe zu rechnen hat als ein Mörder oder Vergewaltiger.
Um deshalb einmal das Offensichtliche zusätzlich hervorzuheben: Möglicherweise würde es ja tatsächlich Sinn ergeben, Filme/Serien/Musik selbst umsonst anzubieten und dafür Werbung einzubinden! Wenn andere damit ein Vermögen machen können, könnte man selbst damit doch zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen...
Ich selbst zähle mich zwar nicht zur "werberelevanten Zielgruppe" (dumme Leute), aber das Konzept scheint schließlich aufzugehen. Mir ist auch bewusst, dass das zum Teil schon umgesetzt wird, aber wie es scheinbar nicht anders sein könnte durch die gleichen Grenzen beschränkt wie auch die Länder. Und um auf eine der guten alten Übertreibungen zurückzugreifen: Das grenzt schon an Diskriminierung!

Vor allem als jemand, der seine Unterhaltung - in diesem Beispiel in Serienform - gerne in Originalsprache genießt, ist es mir einfach unverständlich, das Ganze nicht zumindest über offizielle Streams schon vor der deutschen Vertonung sehen zu dürfen, das daraus folgende Ausgesetztsein gegenüber Werbung durchaus in Kauf nehmend (ist mir schließlich egal, in welcher Sprache ich dieser keine Beachtung schenke).

Und um mit einem passenden Zitat von Dieter Nuhr zu schließen:
"So ist der Mensch: Begreift auch nix; aber auf höherem Niveau!"

~Wayne~



Mittwoch, 21. März 2012
All Along the Watchtower



Mittwoch, 31. August 2011
Ich sehe hirntote Menschen
Da Typunterteilungen in letzter Zeit groß im Geschäft zu sein scheinen, werfe ich auch mal etwas in die Runde:
Fernsehsendertypen!

Die Zombies
Worum geht es hier wohl? Richtig geraten: Das sind Sender, die mit ihrem Programm offensichtlich nur ein Ziel verfolgen: Den Zuschauer so hirnlos wie nur möglich zu machen. Von den berühmt-berüchtigten "Reality-Soaps" bis hin zu exklusiven (*räusper*) Boulevardmagazinen, die noch dazu vor Schmierenjournalismus nur so triefen, ist hier alles vertreten, das vermutlich für das Gerücht der Verblödung durchs Fernsehen verantwortlich ist.

Die Nachtaktiven
Dabei handelt es sich um Sender, die ausschließlich im Abend-/Nachtprogramm etwas Akzeptables ausstrahlen. Z.B. Nachrichten, nicht in Deutschland produzierte Filme,...

Die Nacktaktiven
Welche Sender damit wohl gemeint sind..? Das wird für viele Zombieopfer wohl für immer ein Rätsel bleiben. Und das obwohl diese wahrscheinlich einen Löwenanteil der Zuschauer ausmachen dürften...

Die (Pseudo-)Musikalischen
Was soll man dazu noch sagen? Früher war alles besser? Ja. Doch. Passt. Ich muss schon zugeben, dass ich die Zeiten vermisse, in denen meine Trommelfelle noch verschont waren von nie enden wollender Klingeltonwerbung, die sich inzwischen auch über Musikprogramme hinaus auszubreiten scheint. Ob das Weltende wohl mit der Trommelfellapokalypse anfängt? Ob Klingeltonwerbung und der abnehmende Anteil der Musik auf Musikprogrammen der Anfang der Idiokratie sind? Ach nein. Dafür sorgt RT- *räusper*... die Zombiegruppe ja schon seit längerem...

Die Informativen
Auch hier gibt es leider viele, die sich gut und gerne auch Zombies nennen dürften, aber sonst kann man hier sehr viele Informationen sammeln. Oft von dermaßen unterwältigendem Interesse, dass man sie sogar noch vor dem Sammeln wieder vergisst.

Die Kind-/Rindgerechten
Das mag mir vielleicht nur so vorkommen, aber mal ernsthaft: Vor nicht allzu vielen Jahren war das Kinderprogramm noch nicht so großräumig hirnbefreit wie heute, oder? Ich meine: Telenervies!? Ernsthaft!?

Die Münzautomaten
Der Name sagt eigentlich auch hier schon alles: Man bezahlt und bezahlt, während sich am Programm allerdings nicht viel ändert.

Die Hybriden
Hier findet man - na ja - so ziemlich alles. Von Comedy über Sport bis zu Zombieprogramm wird hier oft nichts ausgelassen.


Achtung: Das hier sind nur grobe Gruppierungen, deren Merkmale sich gerne auch mal zusammenfinden, um noch nicht hirntote Zuschauer in den Wahnsinn zu treiben.
Doch eines haben fast alle dieser Gruppen gemeinsam: Werbung.

Meine Empfehlung: Einen kleinen Hammer neben den Fernseher hängen, zusammen mit der Beschriftung "Im Notfall - Scheibe einschlagen". Und da sage noch jemand, Gewalt sei keine Lösung...


~Wayne~



Sonntag, 15. Mai 2011
ESC-Special: 12 Punkte in 3 Punkten*
1. Der/die/das Künstler/in:
Die Wahl des Künstlers ist relativ unwichtig. Er/sie/es sollte aber bestenfalls ein
herausstechendes Merkmal besitzen. Nicht selten scheint die Wahl jedoch auf
Künstlerinnen mit zwei herausstechenden Merkmalen zu fallen...
Ob Künstlichkeit bei Künstlerinnen hilft, ist aber noch umstritten.
Experimentell könnte man auch versuchen, auf Mitleid zu setzen.

Für optimale Ergebnisse sollten entweder Sänger oder Background-Sänger
über eine mindestens erträgliche Stimme verfügen.


2. Der Song:
Als Song sollte man ein künstlerisch möglichst wertvolles Werk bevorzugen.

Quatsch, man sucht sich einen Satz und ein Wort oder einen Laut.
Der Satz dient, mehrmals wiederholt, als Refrain und das Wort wird im Hintergrund
wiederholt im Rhythmus eingespielt. Als Strophe setzt man ein, was einem gerade
spontan einfällt. Gleiches gilt für die Melodie.


3. Die Show:
Hier ist das Motto: Viel hilft viel. Tänzerinnen mit bereits erwähnten Merkmalen
und Effekte wie man sie aus diversen Hollywoodstreifen kennt dürften zum Sieg
ausreichen. Sollte man es nicht geschafft haben, einen Künstler aufzutreiben,
der Punkt 1 erfüllt, ist es ratsam, die Leuchtkraft der Effekte zu verstärken.
Ein weißes Bild sollte allerdings nicht dabei herauskommen, denn dann sieht der
Zuschauer schließlich die Show nicht mehr.


Sollte das alles dennoch nicht helfen, gibt es eine alternative, aber weitaus
kostspieligere Strategie: Man informiert sich über die jeweilige Jury der
anderen Länder und versucht es je nach Einschätzung mit Bestechung.
Ob es das Geld auch wirklich wert ist, ist natürlich eine andere Frage.





*Erfolg kann variieren



Dienstag, 30. November 2010
Och Nö!
Der Präsident der Vereinigten Staaten ist tot! Nein, nicht President Obama, sondern President Harris. Manchen mag der Name schon alles sagen, manchen aber auch gar nichts. Auch bekannt war Harris unter Namen wie Ryan Harrison, Mr. Magoo, Frank Drebin und Graf Dracula, oder auch einfach Leslie Nielsen. Und während einige womöglich noch hoffen, dass er nur für seine nächste Rolle übt, bleibt mir nur zu sagen: "Vorsicht! Der Kerl hat ein Bein!"
Mister President, wir werden Sie vermissen!

~Wayne~



Dienstag, 17. August 2010
Castingrund' hat Gold im Mund
Eine neue Woche, ein neues Ärgernis. Wobei ich wohl eher sagen sollte: ein neues altes Ärgernis. Denn der Castingwahn hält sich schließlich seit Jahren hartnäckig auf dem Bildschirm - ganz im Gegensatz zu den meisten "Gewinnern" dieser Shows. Nehmen wir als Beispiel "Deutschland sucht den Super-GAU". Ich habe nicht eine Folge gesehen, deshalb will ich mich mit Urteilen etwas zurückhalten. Aber ich habe es mir nicht nehmen lassen, eine kleine Frage dazu vorzubereiten:

Wo sieht man am wahrscheinlichsten einen DSDS-Gewinner wieder?
A: Auf Platz 1 der Charts
B: In einem 5-Sterne-Hotel
C: Im Gefängnis
D: Im Dschungelcamp

Zugegeben, Antwortmöglichkeit C könnte auf einige auch zutreffen, aber die wahrscheinlichste Antwort ist D. Wer sich nun sagt "Macht doch nix", hat in gewissem Sinne sogar Recht. Mir persönlich ist es zumindest egal, bei was ich besagtem "Gewinner" nicht zusehe/-höre. Selbiges gilt natürlich auch für die "Gewinner" anderer Castings, bei denen nicht die Sache im Vordergrund steht, für die eigentlich gecastet werden soll, sondern nur das finanzielle Wohl der Veranstalter. Wenn ich hören will, wie jemand Leute beleidigt, sie ihren Illusionen beraubt oder irgendetwas anderes niveauloses mit ihnen macht, dann... dann... keine Ahnung, kam noch nie vor. Was mich allerdings mehr verwundert als die Tatsache, dass so etwas tatsächlich nach wie vor noch Zuschauer findet, ist die Tatsache, dass so etwas tatsächlich nach wie vor noch Bewerber findet. Die einzig logische Erklärung dafür kann entweder sein, dass die Betroffenen nur diesen Sender kennen oder dass die Bewerber nach und nach durch Statisten ersetzt wurden.
Selbstverständlich gibt es noch andere logische Gründe für eine Bewerbung, z.B. das Verlieren einer Wette, aber das sei mal außen vor gelassen. Natürlich hat es auch seine positiven Seiten, so dass die hoffnungslosen Fälle schon einmal aussortiert werden und mit etwas Glück daraus lernen, sich nicht noch einmal dort zu bewerben. Aber vielleicht stelle ich da auch etwas überhöhte Erwartungen. Wer allerdings vorhat, mehr als einen Song zu seiner Laufbahn zählen zu können, sollte sich vorher genau überlegen, wo er sich bewirbt.

~Wayne~



Mittwoch, 11. August 2010
'Werbung' oder 'All your brains are belong to us'
Ob das schon immer so war, habe ich verdrängt, aber ich denke, man kann mit Fug und Recht behaupten, dass Werbung heutzutage zum Großteil ihren Sinn verfehlt. Meistens hat die Werbung entweder absolut nichts mit dem beworbenen Produkt zu tun oder ist so schrecklich, dass man allein deshalb beschließt, das Produkt nicht einmal peripher anzusehen. Folgendes Szenario kennen wahrscheinlich einige: Nach der üblichen Unterbrechung durch eine Sendung geht die Werbung weiter, natürlich lauter als was auch immer vorher lief. Allein dadurch kommt der Drang auf, entweder den Ton oder den Fernseher auszuschalten. Als Kompromiss entschließt man sich zum Umschalten, allerdings läuft auf den anderen Programmen entweder Zombie-Programm oder Werbung (also überall das gleiche), wodurch man schon fast gezwungen wird, sich den Rest der Werbung anzusehen, geleitet von der Annahme "Geht ja gleich weiter".
Und so sieht man zehn Minuten (je nach Wert auf der Qualskala auch gefühlte 30 Minuten) zu, wie sich eine Stimme, die Windeln zu verkaufen gedenkt, an ein Kind richtet oder ein anderes Kind dermaßen begeistert von seinem Joghurt ist, dass es laut "Fruchtalarm!" schreit. Wie manche vielleicht bemerkt haben, läuft letztere Werbung nicht mehr, ist aber ein gutes Beispiel für die ungeheure Sinnlosigkeit dieser. Denn selbst wenn man sich die Joghurtmarke merken sollte, dürfte man damit nicht unbedingt Positives assoziieren können.
Die nächste Werbungsgruppe, die eine Chance hat, aufgrund ihrer Lächerlichkeit im Gedächtnis zu bleiben, stellen Spots dar, in denen es nicht einmal geschafft wird, den Namen des Beworbenen richtig auszusprechen. Das beste Beispiel hierzu liefert zur Zeit ein gewisses "Schoepperhoper", auch bekannt als "Schoepperhofer". Wenn der wirkliche Name besagten Getränkes sogar für den Werbungssprecher ein Rätsel ist, wieso sollte er mich dann interessieren? Als letzte Hauptgruppe (die mir im Moment einfällt) gäbe es dann noch Spots, die sich inhaltlich in etwa so sehr auf das Produkt konzentrieren wie eine gewisse Zeitung, die sich auf "Tilt" reimt, auf Wahrheitsverbreitung.
Oh, und natürlich wäre da noch die Werbung über Werbung. Diese Art ist desöfteren in Kinos anzutreffen. Ihr Artverhalten ist sogar noch sinnloser als das ihrer Verwandten und gleicht dem Konzept, in der Wüste Sand verkaufen zu wollen. Wo ich gerade beim Thema bin: Braucht jemand Buchstaben? Das Stück für 10 Cent?

~Wayne~



Dienstag, 27. Juli 2010
Deutsche Wert(los)arbeit
Vor nicht allzu geraumer Zeit hatte ich mich hier in dem Beitrag "Sind Trailer die neuen Filme" über typisch deutsche Serien, Filme und Filmtitel geäußert. In besagtem Beitrag versprach ich zwar auch, das Thema "Kinowerbung für Kinowerbung" bald aufzugreifen, aber das wird wohl vorerst warten müssen. Diese Werbung wird ohnehin bestimmt noch lange genug erhalten bleiben, um mich ausführlich darüber auslassen zu können. Nun aber zuerst zu deutschen Filmen und Filmtiteln.
Erst einmal muss man dazu vermutlich aufzählen, wo man bei einem Film überall Mist bauen kann: Das wären hauptsächlich Drehbuch, Umsetzung und Schauspieler. Natürlich kommt es überall ab und zu vor, dass etwas davon nicht so richtig für Begeisterung zu sorgen weiß, aber beim Großteil der deutschen Filme stimmt absolut nichts davon.
Zur Veranschaulichung folgt wieder eine Beispielreihe:
Stimmt das Drehbuch nicht, könnte das in etwa so aussehen: "Ich glaube, ich stecke in einer Glaubenskrise." - "Erzähl mal." - "Ich bin doch eigentlich Buddhist. Aber weil mir erste Zweifel gekommen sind, wollte ich mir sicher sein, dass das mit der Wiedergeburt klappt. Ich dachte mir so 'Hey, Katzen haben doch sowieso neun Leben, da wird eins schon nicht ins Gewicht fallen'. Aber jetzt wird und wird sie einfach nicht wiedergeboren und ich mache mir Gedanken, ob mir das mal genauso ergehen wird." All jene, die nun denken, dieser Text sei gar nicht so schlimm, stellen sich diesen nun bitte dort vor, wo er am wahrscheinlichsten landen würde: in einem deutschen Krimi.
Nun zur Umsetzung. Hier eignet sich am besten das Konzept "Telenovela". Der Hauptgedanke, der in verantwortlichen Produzentenköpfen zu stecken scheint, ist eindeutig: "Hey, die erste war doch erfolgreich (- warum auch immer)! Lasst uns noch zwölf hinterherjagen! Wir brauchen ja nichts am Grundablauf zu ändern, Hauptsache die Figuren sehen immer anders aus!" Wie es der Zufall will, scheinen viele deutsche Produzenten diesen Gedankengang zu haben und zögern auch nicht, ihn in die (Un)Tat umzusetzen.
Jetzt zu den Schauspielern. Man stelle sich folgende Szene vor: Vor kurzem wurde jemand ermordet. In diesem Moment betritt der Hauptcharakter den Tatort, entdeckt die Leiche und sagt dann, natürlich völlig gelassen und mit gleichgültigem Gesichtsausdruck: "Oh mein Gott." Er lässt sich hinfallen, oder anders ausgedrückt: Er kniet sich langsam hin, behutsam darauf achtend, dass er beim Aufprall nicht den geringsten Stoß erleiden muss. Wer hat schließlich nicht schon von Leuten gehört, die sich beim Hinknien das Bein gebrochen haben? Richtig, so was passiert ständig und ist genauso alltäglich wie die Entdeckung einer Leiche!
Und wie sähe das wohl aus, wenn nichts von alldem stimmt? Zum Beispiel so: Gerade hat sich herausgestellt, dass der Entdecker des Mordopfers auch der Mörder war. Eine wirkliche Überraschung stellt das allerdings nicht dar, da die Tat bereits am Anfang gezeigt wurde und der Täter ausreichend beleuchtet war, um ihn spielend identifizieren zu können. Natürlich ist das auch für die Darsteller nichts Neues und so beginnt der Dialog des Ermittlers mit dem Mörder: "Was haben Sie sich nur dabei gedacht?", fragt er gelangweilt, worauf der Befragte geistesabwesend antwortet: "Dieser Mistkerl hat mich dauernd geschlagen." - "Wohin? Ich sehe nicht einmal blaue Flecken." - "In Mario Kart." Ohne auch nur eine Miene zu verziehen, bringt der Ermittler noch einen letzten typischen Satz ein, natürlich teilnahmslos wie eh und je: "Schafft mir diesen Dreckskerl aus den Augen." Dieser regt während des Abführens nicht einen Muskel und wird mit den Worten "Das wird ein Nachspiel haben!" in das Polizeiauto gedrängt.
Im Trailer für diesen Film werden selbstverständlich die erste sowie die letzte Szene gezeigt, nebst der Anmerkung "basierend auf einer wahren Begebenheit"
(= Polizeiautos gibt es wirklich).
Nun wird manch einem aufgefallen sein, dass in diesem Text eine Botschaft an die deutsche Filmindustrie versteckt ist. Zu deren Betonung ist es wohl besser, sie nochmals auszuformulieren: Macht doch bitte mal etwas anderes als immer wieder den gleichen Einheitsbrei! Und hört mit diesem "Reality"-Sch--und auf!

~Wayne~



Dienstag, 20. Juli 2010
Fernsehen und Ferndenken
Nun macht ja schon seit geraumer Zeit das Gerücht die Runde, durch Fernsehen verblöde man nur. Wobei "Gerücht" wohl das falsche Wort dafür ist. "Verallgemeinertes Vorurteil" träfe es schon besser. Denn zunächst sollte man schon differenzieren, ob nun Fernsehen wirklich verblödet oder ob da oft einfach nur Blöde fernsehen. Was das Programm sehr vieler Sender angeht, wird vermutlich zweiteres der Fall sein, denn irgendwo muss die Begründung doch herkommen, so etwas überhaupt auf die Menschheit loszulassen. Dann stellt sich natürlich auch die Frage, ob auf Zuschauer solcher Sendungen das Wort "Verblödung" überhaupt noch anwendbar ist oder ob das Einschalten solcher nicht schon eine gewisse Grundblödheit voraussetzt. Hier empfiehlt sich einmal mehr ein Beispiel. Nehmen wir also wieder den hypothetischen Sender "RDL" zur Hilfe. Ebenso einen Zuschauer namens Konsu Ment und einen weiteren Sender, "N42". Nun gibt es meines Wissens keinen Sender, auf dem nicht hin und wieder "Zombieprogramm" (könnte etwas Hirn vertragen) läuft, aber zurück zum Beispiel. Variante #1: Konsu ist seit Jahren arbeitslos und treibt sich des Nachts gerne auf der Straße herum, wo er die Mülltonnen nach der "TILT"-Zeitung vom Vortag durchstöbert. Würde er nun eine Dokumentation über die neuesten Erkenntnisse der Weltraumforschung sehen wollen oder doch lieber die "RDL"-Sendung "Wir sind fast da, lass mich hier raus"? Jetzt zu Variante #2: Konsu studiert im zweiten Semester Jura. Worauf seine Wahl wohl diesmal fallen wird? Vermutlich auf die Doku, aber das sollte ich mir vielleicht doch noch von einer Fernsehwahrsagerin bestätigen lassen...
Etwas anders verhält sich das mit Nachrichten. Während man auf einem Sender vom ach so schlimmen Klimawandel hört, erzählt man auf einem anderen vom ach so harmlosen Klimawandel. Auf wieder einem anderen Sender läuft indes ein Bericht über Jugendsünden und Liebesleben eines Prominenten, nach dem man in der Werbepause gefragt wird, ob der Fußball-Weltmeister von 2010 nun Spanien oder Liechtenstein war. Dem Fernsehen kann man daran aber nicht die Schuld aufladen, denn in anderen Medien ist das nicht anders. Mit dem jeweiligen Sender hängt das - zumindest in den ersten beiden Fällen - auch nicht zwangsläufig zusammen, denn auch ein einziger Sender kann Neuigkeiten bringen wie "Katzengrippe greift um sich - schnellstmögliche Impfung empfohlen", um dann am Folgetag kundzutun: "Erste Untersuchungen zeigen: Katzengrippe doch nicht so gefährlich". Wenn man also besonderen Wert auf die exakte Richtigkeit einer Information legt, sollte man entweder keine Nachrichten schauen oder einfach nicht alles blind glauben, das man aufgetischt bekommt. Zur Verblödungstheorie dürfte sich abschließend sagen lassen, dass das primäre Ziel der meisten Sender die Unterhaltung ist. Und diese ist abhängig von den zu unterhaltenden Zuschauern. Solange es also genügend Leute gibt, die sich Zombieprogramm ansehen, kann man sich mit hoher Wahrscheinlichkeit schon mal auf Staffel 423 von Zombieshow X freuen. Ist das nicht WAHNSINN?

~Wayne~